Kampagnenarbeit

Ein wichtiges Arbeitsfeld bei mir war immer wieder Agenda-Setting und Kampagnenarbeit, denn: Dinge kritisieren ist eines, etwas zum Besseren verändern ein anderes, wobei mir immer wichtig war, mich von 'hoffnungslosen' Ausgangssituationen, 'übermächtigen' Gegenspielern oder  'Sachzwängen' nicht einschüchtern zu lassen. Dabei war und ist für mich wichtig, Bündnisse zu schmieden, die über den kirchlichen Raum hinausgehen. Denn christliche Werte sind nicht nur in den Kirchen lebendig.

Begonnen habe ich 1987, als es gegen die Versorgung von Flüchtlingen mit Lebensmittelpaketen ging, es folgten die Kampage für das Verbot von Landminen, die Kampagne für soziale Rechte 'illegaler' Migranten und schließlich die Kampagne „Steuer gegen Armut-Finanztransaktionssteuer“, dem Bemühen, die Steuereinnahmesituation für arme Länder zu verbessern sowie die Frage, wie wir den Klimawandel (noch) erfolgreich bewältigen können.

Kampagne „Steuer gegen Armut“

Meine (vorerst) letzte große Kampagne „Steuer gegen Armut“ begann ich am 17.10.2009 mit 32 Organisationen. Sie erwies sich als sehr erfolgreich: Ein wichtiger Durchbruch war dabei die Unterstützung der von mir diesbezüglich eingelegten Petition durch (online und per Listen) 66.000 Bürgerinnen und Bürger, die das Thema endgültig auf die Ebene der Bundespolitik hob und den Kampagnenbeitritt von Bündnis 90/Die Grünen, SPD und der LINKSpartei nach sich zog. Auf ihrem Höhepunkt hatte die Kampagne allein in Deutschland über 100 Trägerorganisationen, Parallelkampagnen gibt es in über 30 Ländern.

Leider haben sich angesichts des Brexits Deutschland und Frankreich darauf verständigt, die Finanztransaktionssteuer in eine Aktiensteuer umzuwandeln, womit nicht die Finanzindustrie, sondern dei Realwirtschaft getroffen wird. Auf diesem Hintergrund haben wir die Kampagne eingestellt, denn diesen Schritt wollen wir weder betreiben noch legitimieren. Wir werden wieder da sein, wenn die nächste Finanzkrise kommt – und die wird kommen.