Kony 2012: Was kann man tun?

Das Alltagsleben von Flüchtlingskindern in Kakuma: Ziegen hüten und „spielen“ so gut es geht neben der Müllhalde

Ein Haupteinwand zu „Kony 2012“ ist, dass es rein „viral“ ist, und Menschen sich mit nicht mehr als einem Mausklick engagieren. Aber: Welche Aktionsmöglichkeiten gibt es darüber hinaus? Am allerwichtigsten ist im Moment, dieser Aktion zu Bekanntheit zu verhelfen, d.h. deutlich zu machen, dass es sich nicht nur um „wieder so eine amerikanischen Kampagne“ handelt, sondern ein Anliegen aller Menschen, die u.a. den Wunsch haben, die Autorität und das Durchgriffsvermögen des Internationalen Strafgerichtshof zu stärken.

Dieses Verzeichnis enthält deshalb einige Vorschläge, um die virtuelle Zustimmung in konkrete Aktionen und Politik umzuwandeln:

  • Aktivitäten mit Schülerinnen und Schülern
  • Bekannt machen im persönlichen Umfeld
  • Briefe an Politiker und Abgeordnete sowie Gesprächstermine im Wahlkreisbüro
  • Briefe an Zeitungen, Kommentare zu Artikeln, Blogs...
  • „Twittersturm“
  • Unterschriften sammeln

Aktivitäten mit Schülerinnen und Schülern

Das Kony 2012 Video spricht vor allem junge Menschen an, denn es ist auch in Amerika eine Initiative, die vor allem von jungen Menschen getragen wird. Junge Menschen sind zudem ansprechbarer für die vielen Emotionen, die der Film bewusst wecken will: Im Film geht es schließlich um Altersgenossen, die um ihre Kindheit beraubt und missbraucht wurden. Dennoch empfiehlt es sich, vor und nach dem Zeigen des Videos einige Erklärungen zu geben, um die Eigenart des Videos besser verstehen zu können, etwa Punkte aus dem Papier „Kony 2012 – Einwände und Gegeneinwände“.

Sie werden feststellen: Auch in Deutschland werden Schülerinnen und Schüler fragen: „Was können wir tun?“ Unterstützen Sie diese Energie so gut wie möglich und leisten Sie Hilfestellung. Ganz wichtig: Wenn Sie eine öffentliche Aktion durchführen, unbedingt die örtlichen Medien informieren! Die Erfahrung belegt: Alle Aktionen, die von Kindern, Jugendlichen, Schülerinnen und Schülerinnen durchgeführt werden, erfreuen sich großer medialer Aufmerksamkeit und Verbreitung. Das wird dann auch die Erwachsenen nachdenklich machen.

Bekanntmachen von Kony 2012 im persönlichen Umfeld

er erste Adressat für „Kony 2012“ ist natürlich ihr persönliches Umfeld: Familie, ArbeitskollegInnen, Verwandte und Bekannte. Das kann geschehen über:

  • Facebook und Twitter, wer hier einen Account hat
  • Über den Versand von Links der entsprechenden Facebookgruppen oder Websites per Mail (auf dieser Website durch das Vorhanden sein von Add-This leicht gemacht)
  • Sie schlagen ein gemeinsames Anschauen des Videos vor und können hinterher darüber sprechen.
  • Durch das Verteilen von Flugblättern machen Sie auf die Aktion aufmerksam. Die müssen gar nicht groß sein: Hier eine Musterflugblatt, das Sie personalisieren sollten

Briefe an Politiker und Abgeordnete und Gespräche im Wahlkreisbüro

Wichtig ist, auch deutsche Politiker auf die Kampagne und das Anliegen von „Kony 2012“ aufmerksam zu machen. Befasst mit diesem Thema sind, neben der Bundeskanzlerin, vor allem der Außenminister. Im Bundestag befassen sich jetzt schon mit dem Thema der Auswärtige Ausschuss, der Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der Ausschuß für humanitäre Hilfe und Menschenrechte.

Aber: Auch alle anderen Abgeordneten sollten angeschrieben werden, selbst wenn diese nicht einem dieser Ausschüsse angehören. Denn die werden ihre Kollegen um Rat fragen und damit parlamentsintern für Aufmerksamkeit sorgen.

Besonders beachten Abgeordnete Briefe, die von BürgerInnen aus ihren eigenen Wahlkreisen geschrieben werden. Noch besser ist, wenn sie IhreN AbgeordneteN im Wahlkreisbüro persönliche aufsuchen. Wie finden Sie heraus, wer Ihren Wahlkreis vertritt? Diese Website des Deutschen Bundestags hilft Ihnen, das herauszufinden. Dort finden Sie auch die Postadresse.

Schreiben Sie per Mail ist es noch einfacher: Jede Adresse eines Bundestagsabgeordneten ist gleich, und war „Vorname.Nachname@bundestag.de“ Und: Unbedingt eine Kopie an das Wahlkreisbüro, dann lautete es „Vorname.Nachname@wk.bundestag.de“

Briefe an Zeitungen, Kommentare zu Artikeln, Blogs...

Genauso wie Politiker auf Post reagieren, reagieren Redakteure und Journalisten auf Zuschriften, wenn man etwa Thema in der Berichterstattung vermisst oder mit einer Berichterstattung nicht einverstanden ist.

Noch viel wichtiger im Moment ist, dass man zu den (oft kritischen) Berichterstattungen Richtigstellungen und Kommentare dazuschreibt – bei der Fülle an Publikationen im Moment kein leichter, aber wichtiger Beitrag in der öffentlichen Meinungsbildung!

„Twittersturm“

Da wir in Deutschland noch wenig Leute sind, sollten wir uns hier auf zwei Ziele einschießen. Steffen Seibert ist der Regierungssprecher und war früher Journalist. Er dürfte am offensten für eine solche Aktion sein und er hat täglich direkt mit Angela Merkel zu tun. Wenn du also einen Twitter-Account hast, dann tweete bitte Folgendes:

@regsprecher helfen Sie uns die Gewalt der LRA zu beenden. Besuchen Sie kony2012.com für weitere Infos. #kony2012

Und wer einen Facebook-Account hat, soll am 21. oder 22. April, den Tagen vor dem weltweiten Aktionstag, folgenden Kommentar unter Angela Merkels neuestem Posting hinterlassen:

Liebe Frau Dr. Merkel, wie werden Sie und die Bundesregierung helfen, die Gewalt der LRA und von Joseph Kony zu beenden? #kony2012

Unterschriften Sammeln

Nicht jedeR hat Zugang zu den elektronischen Medien und ist aktiv im Web 2.0. Für alle, die es nach wie vor mit „Handarbeit“ machen wollen, ist hier der Vorschlag für eine Unterschriftenliste eingestellt, die man am besten an die Bundeskanzlerin selbst schickt: Sie hat die Richtlinienkompetenz für ihre Regierung und ist zugleich Vorsitzende der größten Partei in der Regierungskoalition.

Wichtig: Damit wir wissen, wieviele Unterschriften auf diesem Weg nach Berlin gelangen und wir dies ggf. in der Öffentlichkeitsarbeit verwenden können wird darum gebeten,

  • entweder (a.) das Blatt/die Blätter in Kopie zu schicken an Jörg Alt SJ, CfGL/Jesuitenmission, Königstraße 64, 90402 Nürnberg
  • oder (b.) die Anzahl der Unterschriften, den Sie nach Berlin geschickt haben, per Brief an die vorgenannte Adresse, per Mail oder per Fax (0911 2346-161) mitzuteilen.

VIelen Dank!